Wettbewerb EKS 2


Realisierungswettbewerb Erw. Erich-Kästner Grundschule
Darmstadt/Kranichstein
3. Preis

Auslober: Wissenschaftsstadt Darmstadt
Planung: 2015

Wettbewerb EKS 2


Realisierungswettbewerb Erw. Erich-Kästner Grundschule
Darmstadt/Kranichstein
3. Preis

Auslober: Wissenschaftsstadt Darmstadt
Planung: 2015

Städtebauliche Konzeption:
Innerhalb des Wettbewerbsgebietes steht aufgrund der Bestandssituation für die Erweiterung der Schule nur eine begrenzte Fläche als Baugrundstück zur Verfügung. Vor diesem Hintergrund und im Rahmen der sonstigen Anforderungen wird angestrebt, die Baumassen des Schulneubaus so anzuordnen, dass - unter Berücksichtigung des Bestandes - sowohl eine angemessene bauliche Arrondierung entsteht als auch attraktive Freiflächen entstehen bzw. sinnvoll ergänzt werden können. Durch Anordnung von zwei leicht zueinenander versetzten zweigeschossigen pavillonartigen Baukörpern im Nordwestbereich entsteht ein angemessener Freiraum, der sowohl Eingangshof, Schulhof als auch Raum für differenzierte Freiflächenangebote bietet. Hierdurch können funktionale Bezüge zum Bestand sowie Angebote im Rahmen der Spiel- und Schulanforderungen neu gestaltet werden. Der Baukörper Mobil-Skul kann am Standort zwecks erweiterter Schulangebote erhalten werden. Sollte dies nicht mehr erforderlich sein, kann ein weiteres Freiflächenangebot (Spielfläche oder Schulgarten) das Schulgelände bereichern. 


Äußere und Innere Erschließung:
Durch die Gebäudeanordnung ergeben sich neue attraktive äußere und schulinterne Erschließungen. Von der Gruberstraße aus erfolgt sowohl ein neuer Zugang zur Schule bzw. Schulhof als auch die Andienung der Mensa sowie ggf. der externe Zugang zur Mobil-Skul bzw. optional weiterer Freiflächen. Der Hauptzugang zum neuen Schulbereich selbst erfolgt vom bestehenden, jedoch erweiterten Schulhof aus über eine Eingangshalle mit Haupttreppe/Aufzug, die als Bindeglied zwischen den Baukörpern fungiert und beide Teile gleichermaßen über beide Geschosse verknüpft. Die Mensa ist darüber hinaus auch direkt zugänglich. Bedarfszugänge bestehen zur Mobil-Skul und von den unterrichtsbezogenen Freiflächen aus. Die innere Erschließung des Gebäudeensembles erlaubt durch die Verbindungshalle über kurze Wege eine gute Orientierung. Zentrale, natürlich belichtet Erschließungsflächen in den beiden Baukörpern dienen im Rahmen des pädagogischen Ansatzes und funktionaler Überlagerung auch und überwiegend als offene Lernbereiche und "Lounges".

Räumliche Organisation 1/2:
Das Erdgeschoß nimmt alle Allgemeinräume und deren Nebenflächen sowie Schülertoiletten auf, sodaß relativ gleichwertige Wegebeziehungen zwischen den Raumgruppen und den Bauteilen untereinander entstehen. Im nordwestlichen Bauteil sind - bedarfsweise etwas abgeschirmt - die Lehrer- und Verwaltungsräume um ein kleines Atrium angeordnet während im südöstlichen Bauteil die - zusammenschaltbaren - publikumsintensiven Mehrzweckflächen Mensa/Multifunktionsraum liegen. Innerhalb des Neubaus sind alle Klassenräume unter gleichen Lagebedingungen im OG angeordnet und auf die beiden Baukörper verteilt. Zusätzlich liegt im nordwestlichen OG der Kunstraum mit direkter (Treppen)-Verbindung zum Außenraum bzw. Werkhof. Die notwendigen Flure und Verkehrsflächen werden zwischen den Klassen- und Intensivräumen zu Zonen und offene Lernbereiche mit erhöhter Aufenthaltsqualität erweitert und wirken deshalb identitätsstiftend.

Räumliche Organisation 2/2:
Die im Raumprogramm angestrebte Doppel- und Mehrfachnutzung einzelner Räume und Raumgruppen ist im Rahmen drs zu gewährleistenden Brandschutzes durch Anordnung von mobilen Einbauten/Containern durchweg gewährleistet. Im Erdgeschoß sind die Allgemein- und Mehrzweckbereiche mit eigener Terrasse so angeordnet, daß sie für alle Nutzer gut erreichbar und auch extern ohne Schulzugang zugänglich sind. Der offene Innenhof im Bauteil Nord gewährleistet gute Belichtung und Orientierung, dient auch als grünes "Forum" und bietet darüber hinaus im OG einen Wintergarten/Leseterrasse.

Architektur und Konstruktion:
Die neuen Schulgebäude werden als einfacher, aber durch Materialwahl, sowie Bau- und Fassadenstruktur attraktiver pavillonartiger Baukörper konzipiert. Gewählt wurde eine Mischkonstruktion aus Massivbau/Stahlbeton (gedämmte Bodenplatte, Fundamente), und ansonsten eine 2-geschossige Holzkonstruktion auf Stahlstützen (Träger, Decken, Wände, Flachdach, Kerto- bzw. BSH-Binder). Fassaden sind umlaufend als Pfosten-Riegel-Konstruktion, Außen und Innenwände in beplankter Holzständerkonstruktion bzw. Trockenbau/Massivbau vorgesehen. Außenbeplankung in Holz und Delogcolorplatten, abwechselnd von geschlossenen Fassadenbereichen/Sichtbetonscheiben unterbrochen und aufgelockert.

Ökologie:
Die gesamte Konstruktion gewährt durch die gewählten Materialien einen hohen Grad an Recyling-Fähigkeit. Bereichsweise sind als Speichermasse Massivwände im Inneren angeordnet (Haustechnik, Naßräume). Beheizung und WW-Bereitung erfolgt mittels Übergabestation durch Anschluß an die bestehende Fernwärmetechnik. Außenliegender Sonnenschutz erfolgt durch ausreichend Dachüberstände bzw. mobilen Sonnenschutz (Raffstores), durch die sowohl der sommerlichen Überhitzung als dem winterlichen Wärmeeintrag Rechnung getragen werden kann.

Freiflächen:
Funktions- und lagebedingt gliedern sich die Freiflächen in unterschiedliche Bereiche mit nutzungsbezogener Ausgestaltung. Der vorhandene Schulhofkann durch die neue Baukörperanordnung erheblich erweitert und - bei Erhaltung und Ausbau des Platanenhains - um Spiel - und Rückzugsbereiche ergänzt werden. Dem Unterrichtsbereich sind im Norden und Nordwesten "Grüne Klassen", Werkhof und Schulgarten zugeordnet. Dem Mehrzweckund Mensabereich stehen jeweils eigene Terrassen und ein Forum als Treffpunkt bzw. Veranstaltungsfreifläche zur Verfügung.